SuS Niederschelden
Tischtennis


Rückblick eines altgedienten Abteilungsmitgliedes auf vergangene Zeiten.....

Bemerkenswert ist die Tatsache, daß der Tischtennissport aus kleinen Anfängen innerhalb der letzten 50 Jahre zu einer großen Breitensportart, ja Spitzensportart emporgestiegen ist. Wenn man bedenkt, daß im Siegerland nur noch zwei Gründungsmitglieder (von 7 Vereinen), nämlich der SuS Niederscheiden und Friesen Klafeld, heute noch und dazu in ganz anderen Größenordnungen spielen, so kann man feststellen, daß in den ersten 25 Jahren der TT -Sport nur unter sehr schwierigen Bedingungen aufrecht erhalten werden konnte.
Kameradschaft war oberstes Ziel. Freizeitgestaltung wurde groß geschrieben. Das Tischtennisspiel wurde unter manchen Schwierigkeiten gemeistert. TT -Tische, Schläger, Bälle und Trikots waren ein besonderes Kapital.
Es gab Spezialisten, die mit Acetonkleber dem Ball die rechte Form verliehen. Mit Holzbrettchen - Korkbelag war schon etwas Besseres - wurden die Spiele gemeistert.
Internationale Begegnungen wurden angesetzt. So in 1953, als der SuS Niederschelden ein Spiel der Siegerlandauswahl gegen OFC Belgrad in der Philipshalle vor 400 Zuschauern organisierte. Wir verloren 0:5, denn die Gäste traten mit Weltmeisterschaftsteilnehmern an. Beim abendlichen Festbankett kreisten die SIibowitzflaschen durch die Runde. Noch Tage später soll es in Niederschelden "Scheintote" gegeben haben. Viele Freundschaftspiele wurden in hervorragender Kameradschaft abgewickelt.
So auch im Juli 1959, als wir mit Euro-Sport Amsterdam 2 Freundschaftsspiele in Amsterdam und Harlem austrugen. 1960 kam es zu den Rückspielen in Niederscheiden.
Zu erwähnen wäre ein besonders ungewöhnliches Spiel in der Justizvollzugsanstalt (Knast) Siegen. Durch dieVermittlung des Sportkameraden Reinschmidt (VfB Burbach) trugen wir im Februar 1976 ein Freundschaftsspiel in der JVA Siegen (Unteres Schloß) aus. Es war wie jedes andere Freundschaftsspiel. Wir gewannen mit einer gemischten Mannschaft zwar 9:0, aber in der anschließenden Gesprächsrunde wurden wir doch nachdenklich bei dem Gedanken, gegen einen Mörder, Betrüger oder Dieb gespielt zu haben. Mit gehörigem Respekt betrachteten wir bei der Besichtigung die dicken Türen und Gitter. Aber wichtig war für uns, daß diese Menschen auch Sport mit uns und wir mit ihnen treiben konnten.

Willi Merzhäuser im Jahre 1996
(verstorben 2015)